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Meistersingerland
Der Nimbus der „Meistersinger von Nürnberg“ als der deutschen Fest- und Nationaloper schlechthin stand zu keiner Zeit höher als während der Hitler-Herrschaft. Das belegen die Aufführungszahlen und mehr noch die unterschiedlichen Anlässe, zu denen dieses Werk in Aktion treten musste. Es stellt sich die Frage: Wurde Wagners musikalische Komödie im Dritten Reich missverstanden und missbraucht? Oder weisen „Die Meistersinger“ formale Aspekte und inhaltliche Elemente auf, die diese Oper als besonders Nazi-affin erscheinen ließen? Damit beschäftigt sich Hans Rudolf Vaget in seinem Vortrag „Das Meistersingerland: Zum Wagnerkult im Dritten Reich“ (in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft). Der 1938 in Marienbad geborene und in den USA lebende Germanist, Thomas-Mann- und Wagner-Experte war von 1967 bis 2004 Professor of German Studies and Comparative Literature am Smith College (Northampton, Massachusetts) und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, zuletzt 2017 „Wehvolles Erbe“. Richard Wagner in Deutschland. Hitler, Knappertsbusch, Mann. (S. Fischer Verlag). Der Eintritt zum Vortrag, der ausnahmsweise erst um 20 Uhr beginnt, ist frei.
