Unsere nächste Veranstaltung

Die ers­te Neu­in­sze­nie­rung im Bay­reu­ther Ju­bi­lä­ums­som­mer wird Wag­ners Früh­werk „Ri­en­zi“ sein. Fest­spiel-Dra­ma­turg Mar­kus Kie­sel gibt um­fas­sen­de Ein­bli­cke in das Werk, sei­ne Be­ar­bei­tung und Interpretation.

„Rienzi“-Dramaturg Mar­kus Kie­sel – Foto: © Bay­reu­ther Festspiele

Wir möch­ten Sie auf eine Ter­min­än­de­rung auf­merk­sam ma­chen und Sie zu­gleich herz­lich zu un­se­rem nächs­ten Vor­trag ein­la­den: Am Sonn­tag, den 8. März 2026, um 11 Uhr spricht Mar­kus Kie­sel in der Jo­han­nis­ka­pel­le Bam­berg (Obe­rer Ste­phans­berg 7a) zum be­vor­ste­hen­den De­büt der gro­ßen tra­gi­schen Oper „Ri­en­zi, der Letz­te der Tri­bu­nen“ im Fest­spiel­haus.  Ein­lass zur Ma­ti­née ist ab 10.30 Uhr. Der Ein­tritt ist frei, auch für Nicht­mit­glie­der. (Der für 17. März im Kufa-Saal ge­plan­te Ter­min ent­fällt somit.)

Die Erst­auf­füh­rung des „Ri­en­zi“ im Bay­reu­ther Fest­spiel­haus hat gro­ßes In­ter­es­se ge­weckt, da vie­le un­se­rer Mit­glie­der das Werk noch nie sze­nisch er­lebt ha­ben. Dass Herr Kie­sel aus ei­ge­ner Mit­wir­kung an der Pro­duk­ti­on be­rich­ten kann, macht die­sen Vor­trag vor­ab zum Be­such der Auf­füh­rung zu et­was ganz Besonderem.

„Ach ja, der Ri­en­zi! – Gern tät’ ich den ’mal brin­gen“, be­merk­te Sieg­fried Wag­ner be­reits 1930. Erst 2026 je­doch wird Ri­chard Wag­ners 1842 in Dres­den ur­auf­ge­führ­tes Früh­werk erst­mals im Fest­spiel­haus ge­zeigt. Seit Herbst 2023 ar­bei­tet das Team (Mu­si­ka­li­sche Lei­tung: Na­tha­lie Stutz­mann; Re­gie, Büh­ne und Kos­tü­me: Alex­an­dra Sze­me­ré­dy und Mag­dol­na Par­dit­ka; Dra­ma­tur­gie: Mar­kus Kie­sel) an ei­ner Auf­füh­rungs­fas­sung, die ver­sucht, die­se mo­nu­men­ta­le „Ma­te­ri­al­schlacht“ in eine neue, spiel­ba­re Form zu bringen.

Der Vor­trag nä­hert sich „Ri­en­zi“ als gat­tungs­ge­schicht­li­chem Hy­brid: Wel­che Vor­bil­der stan­den Pate? Wel­che Stra­te­gien ver­folg­te Wag­ner bei Kon­zep­ti­on und Kom­po­si­ti­on? Was hat er kom­po­niert – und was hat er sich da­bei ge­dacht? Ne­ben den bei­den prä­gen­den „dy­nas­ti­schen“ Fas­sun­gen von Co­si­ma Wag­ner (1899) und Wie­land Wag­ner (1954) wer­den auch wei­te­re Über­lie­fe­rungs- und Re­zep­ti­ons­schich­ten be­leuch­tet. Ab­schlie­ßend stellt sich die Fra­ge, was eine „gül­ti­ge“ Fas­sung von „Ri­en­zi“ sein könn­te – auch mit Blick auf Bay­reuth 2026.

Ab­bil­dung der „Rienzi“-Uraufführung in Dres­den aus der Il­lus­trier­ten Zei­tung Leipzig

Mar­kus Kie­sel ist Mu­sik­wis­sen­schaft­ler und Kul­tur­ma­na­ger. Stu­di­um in Hei­del­berg und den USA. 1992 Pro­mo­ti­on über das In­stru­men­tal­werk Sieg­fried Wag­ner (auf An­re­gung von Wag­ner-En­ke­lin Frie­de­lind Wag­ner). En­ga­ge­ments als Re­gie­as­sis­tent, Dra­ma­turg, Chef­dis­po­nent, Be­triebs-, Or­ches­ter- und Opern­di­rek­tor an den Thea­tern von Frei­burg, Kas­sel, Frank­furt, Cott­bus, Dort­mund, Wies­ba­den, Lud­wigs­burg (Schloss­fest­spie­le) und Es­sen. 2015 bis 2021 Lei­ter der Pro­gramm­pla­nung beim Beet­ho­ven­fest Bonn (In­ten­dan­tin und Wag­ner-Ur­en­ke­lin Nike Wag­ner). Lehr­auf­trä­ge in Bay­reuth, Ber­lin, Frank­furt, Hei­del­berg, Mün­chen, Wien und Zü­rich. Von 2013 bis 2015 Mit­glied des „Wahn­fried-Ku­ra­to­ri­ums“ in Bay­reuth. Bis 2025 Mit­glied in ver­schie­de­nen Gre­mi­en der Ri­chard-Wag­ner-Stif­tung-Bay­reuth. Seit 2022 dra­ma­tur­gi­sche Mit­ar­beit bei und für die Bay­reu­ther Fest­spie­le (In­ten­dan­tin und Wag­ner-Ur­en­ke­lin Ka­tha­ri­na Wagner).

Zahl­rei­che Pu­bli­ka­tio­nen zu Büh­nen- und Mu­sik­recht und zu Ri­chard Wag­ner, dar­un­ter als Mit­her­aus­ge­ber und Au­tor fol­gen­de groß­for­ma­ti­gen und reich be­bil­der­ten Stan­dard­wer­ke, die das Le­ben und Werk von Ri­chard Wag­ner aus ei­nem ar­chi­tek­to­ni­schen Blick­win­kel her­aus fas­zi­nie­rend be­leuch­ten: „Das Ri­chard Wag­ner Fest­spiel­haus Bay­reuth“ (2007, ver­grif­fen) so­wie aus dem Re­gens­bur­ger Ver­lag Con­Brio „Wahn­fried – Das Haus von Ri­chard Wag­ner“ (2016), „Wand­rer heißt mich die Welt. Auf Ri­chard Wag­ners Spu­ren durch Eu­ro­pa“ (2019), „Pracht­ge­mäu­er. Wag­ner-Orte in Zü­rich, Lu­zern, Trib­schen und Ve­ne­dig“ (2020) und über­ar­bei­tet und ak­tua­li­siert „Das Fest­spiel­haus Bay­reuth. Ri­chard Wag­ners re­vo­lu­tio­nä­res Thea­ter“ (2025).

Beim RWV Bam­berg ist Mar­kus Kie­sel ein gern ge­se­he­ner Gast. 2015 stell­te er die we­nig be­kann­ten Ent­wür­fe und Plä­ne für Ri­chard Wag­ners Fest­thea­ter vor, das Kö­nig Lud­wig II. in Mün­chen rea­li­sie­ren woll­te, 2019 sprach er zum 150. Ge­burts­tag von Sieg­fried Wag­ner un­ter dem Ti­tel „Fidi und die Fol­gen“ aus­führ­lich über die de­li­ka­ten ju­ris­ti­schen Fein­hei­ten, die nach dem Tod Wag­ners die dy­nas­ti­sche Erb­fol­ge des Fest­spiel-Fa­mi­li­en­be­triebs re­geln soll­ten und sich bis heu­te auswirken.

Wir freu­en uns sehr auf Ihr Kom­men und auf eine an­re­gen­de Ma­ti­née. Der Ein­tritt ist frei, auch für Nichtmitglieder.