Unsere nächste Veranstaltung

Der Wag­ner-Ex­per­te, Mu­sik- und Thea­ter­wis­sen­schaft­ler Pro­fes­sor Eck­art Krö­plin spricht am Don­ners­tag, 24. Sep­tem­ber um 19.30 Uhr im Kufa-Saal über Ri­chard Wag­ner und sein Ver­hält­nis zu Russ­land (und umgekehrt).

Der di­ri­gie­ren­de Ri­chard Wag­ner in ei­ner Ka­ri­ka­tur der St. Pe­ters­bur­ger Sa­ti­re­zeit­schrift Is­kra von 1868 – Vor­la­ge: J. B. Metz­ler Verlag

Wir la­den Sie herz­lich zu un­se­rem ers­ten Vor­trag im Herbst­pro­gramm 2026 ein, bei dem Prof. Dr. Eck­art Krö­plin im Bam­ber­ger Kufa-Saal (Ohm­stra­ße 3) span­nen­de Fra­gen be­ant­wor­ten wird: Wie stark hat Russ­land die Per­sön­lich­keit Ri­chard Wag­ners ge­prägt? Wel­chen Ein­fluss ha­ben Li­te­ra­tur und Phi­lo­so­phie Russ­lands auf sei­ne Kunst? Ist Ri­chard Wag­ner über­haupt ohne Russ­land denk­bar? Wie wird Wag­ner in Russ­land re­zi­piert und geschätzt?

Der Mu­sik- und Thea­ter­wis­sen­schaft­ler Eck­art Krö­plin wirk­te lan­ge Zeit als Hoch­schul­pro­fes­sor in Leip­zig so­wie als Chef­dra­ma­turg an der Dresd­ner Sem­per­oper und be­schäf­tigt sich seit Jahr­zehn­ten un­ter an­de­rem mit Le­ben und Werk Ri­chard Wag­ners. Als sei­ne jüngs­te Buch­ver­öf­fent­li­chung ist 2025 bei Metzler/​Bärenenreiter eine um­fang­rei­che Mo­no­gra­fie un­ter dem Ti­tel „Ri­chard Wag­ner und Russ­land“ her­aus­ge­kom­men. Dar­über wird er bei uns spre­chen – auch im Aus­tausch mit ei­nem kennt­nis­rei­chen Mitglied.

In sei­ner Mo­no­gra­fie zi­tiert Krö­plin zahl­rei­che be­reits er­schie­ne Pu­bli­ka­tio­nen, wie auch rus­si­sche Do­ku­men­te und Quel­len, die er im Ori­gi­nal ge­le­sen hat. Dank sei­ner um­fang­rei­chen Re­cher­che und sei­ner tief­grün­di­ge Ex­per­ti­se zu Wag­ner hat er eine Dis­kus­si­on um Wag­ner und des­sen Ver­hält­nis zu Russ­land er­öff­net, die in die­ser Form bis dato nicht ge­führt wur­de. Kurz nach dem Er­schei­nen kür­te die Fach­zeit­schrift „Opern­welt“ sei­ne jüngs­te Ver­öf­fent­li­chung zum „Buch des Monats“.

Eck­art Krö­plin geht den viel­fäl­ti­gen Ver­bin­dun­gen Wag­ners zu Russ­land in sei­ner Kul­tur­ge­schich­te nach, die so man­che über­ra­schen­de, bis­lang nicht be­kann­te Tat­sa­che vor­stellt. Er be­schreibt we­sent­li­che bio­gra­fi­sche Mo­men­te. So wirk­te Wag­ner als Ka­pell­meis­ter in Riga, war ein Mit­strei­ter des An­ar­chis­ten Mi­chail Ba­ku­nin und un­ter­nahm 1863 eine gro­ße Kon­zert­rei­se nach Sankt Pe­ters­burg und Mos­kau. Zu­dem er­läu­tert der Au­tor auf­schluss­reich, was Wag­ner über die Mu­sik sei­ner rus­si­schen Kol­le­gen dach­te und wie um­ge­kehrt sei­ne Wer­ke zu Leb­zei­ten und bis heu­te in Russ­land re­zi­piert wer­den. So gab es zu Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts ei­nen re­gel­rech­ten Wag­ner-Boom auf rus­si­schen Büh­nen, den erst die Ok­to­ber­re­vo­lu­ti­on beendete.

Gleich­zei­tig be­schreibt er in an­schau­li­cher Wei­se das Ver­hält­nis rus­si­scher Mu­si­ker und Dich­ter zu dem deut­schen Kom­po­nis­ten und des­sen re­vo­lu­tio­nä­ren äs­the­ti­schen Ideen, die zeit­wei­li­ge Do­mi­nanz Wagner‘scher Opern im Re­per­toire der Opern­häu­ser und Kon­zert­sä­le des Lan­des oder sei­ne her­aus­ra­gen­de Be­deu­tung für die Künst­ler­krei­se des rus­si­schen Sym­bo­lis­mus. Der Ein­tritt zu un­se­rer Ver­an­stal­tung in Ko­ope­ra­ti­on mit der Kufa über „Wag­ner und Russ­land“ mit Eck­art Krö­plin am 24. Sep­tem­ber 2026 um 19.30 Uhr im Kufa-Saal (Ohm­stra­ße 3) ist frei. Auch Nicht-Mit­glie­der sind willkommen!

Zur Person

Eck­art Krö­plin (*1943) wuchs in Büt­zow (Meck­len­burg) auf und be­such­te dort die Ober­schu­le. Nach dem Stu­di­um der Mu­sik­wis­sen­schaft an der Uni­ver­si­tät Leip­zig war er zu­nächst als Lek­tor beim Mu­sik­ver­lag Breit­kopf & Härtel/​Deutscher Ver­lag für Mu­sik in Leip­zig tä­tig. 1969 wur­de er wis­sen­schaft­li­cher As­sis­tent, dann Ober­as­sis­tent, 1979 Do­zent und 1982 Pro­fes­sor für Theo­rie und Ge­schich­te des Mu­sik­thea­ters an der Thea­ter­hoch­schu­le Leip­zig. An der Leip­zi­ger Uni­ver­si­tät pro­mo­vier­te er 1975 und wur­de dort 1978 ha­bi­li­tiert. Ab 1984 wirk­te er als Chef­dra­ma­turg und Stell­ver­tre­ter des In­ten­dan­ten an der neu­eröff­ne­ten Sem­per­oper in Dres­den und spä­ter an ver­schie­de­nen wei­te­ren Thea­tern in Sach­sen und Thü­rin­gen. Er trat mit meh­re­ren Buch­pu­bli­ka­tio­nen, zahl­rei­chen Auf­sät­zen und wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en in ver­schie­de­nen Fach­or­ga­nen und the­ma­ti­schen Sam­mel­bän­den so­wie auf in­ter­na­tio­na­len Ta­gun­gen und Kon­gres­sen her­vor. Des Wei­te­ren war er an meh­re­ren Uni­ver­si­tä­ten, Hoch­schu­len und Thea­tern des In- und Aus­lan­des, so in Dres­den, Ham­burg, Mün­chen, Es­sen, Mos­kau, Gö­te­borg und Stock­holm als Gast­do­zent bzw. Gast­dra­ma­turg tä­tig. Sei­ne vor­ran­gi­gen For­schungs­ge­gen­stän­de sind Ri­chard Wag­ner, die ro­man­ti­sche deut­sche Oper, opern­äs­the­ti­sche Fra­ge­stel­lun­gen und das Mu­sik­thea­ter in der So­wjet­uni­on, vor al­lem  Schostakowitsch.