Unsere nächste Veranstaltung

Die­ses Jahr wird in Bay­reuth das 150-jäh­ri­ge Ju­bi­lä­um der Fest­spie­le ge­fei­ert. Frank Piontek zeigt, wie schwie­rig die Or­ga­ni­sa­ti­on der ers­ten Bay­reu­ther Fest­spie­le 1876 war und dass die „Ring“-Uraufführung nur mit gro­ßer Mühe gelang.

Ri­chard Wag­ner bei ei­ner Pro­be auf der Büh­ne des Fest­spiel­hau­ses, ge­zeich­net von Adolf von Men­zel 1875 (Ori­gi­nal verschollen)

Wir la­den Sie herz­lich zu un­se­rem nächs­ten Vor­trag ein, in des­sen Mit­tel­punkt die prak­ti­schen Pro­ble­me der ers­ten Fest­spie­le ste­hen: Am Don­ners­tag, den 7. Mai 2026, um 19:30 Uhr schaut Frank Piontek im Kufa-Saal (Ohm­str. 3) für uns hin­ter die Kulissen.

Am 1. Ja­nu­ar 1876 war am Grü­nen Hü­gel in Bay­reuth längst noch nicht al­les in tro­cke­nen Tü­chern. Dass sich im Au­gust der Vor­hang über Ri­chard Wag­ners „Rhein­gold“ öff­ne­te, war ein hal­bes Wun­der. In sei­nem Vor­trag schil­dert Frank Piontek den All­tag und die Schwie­rig­kei­ten der Be­set­zun­gen, die noch kurz vor der Er­öff­nung den Fest­spiel­lei­ter und „Ring“-Komponisten be­dräng­ten. Hier ging es nur in­so­weit um die Kunst, als dass man per­ma­nent mit der Fra­ge be­schäf­tigt war: Wie schaf­fen wir das ei­gent­lich al­les? Der Vor­trag gibt Ein­bli­cke in die Ge­wer­ke des Fest­spiel­hau­ses, un­ter an­de­rem durch sel­te­ne Fo­to­gra­phien von al­len Sän­gern in ih­ren Kos­tü­men von 1876. Mit Hil­fe der Quel­len – Ri­chard Wag­ners Brie­fen, Co­si­ma Wag­ners Ta­ge­bü­chern, dem Pro­ben­ta­ge­buch Ri­chard Fri­ckes, den Auf­zeich­nun­gen der mu­si­ka­li­schen As­sis­ten­ten – ent­steht ein le­ben­di­ges Bild „aus dem Be­trieb“, das we­ni­ger über die Kunst und mehr über die „Mü­hen der Ebe­nen“ ver­rät, wie Brecht das ge­sagt hätte.

Wag­ner-Ex­per­te Dr. Frank Piontek – Foto: Mo­ni­ka Beer

Frank Piontek, Dr. phil., geb. 1964 in Ber­lin, seit 1988 in Bay­reuth. Vor­trä­ge und Le­sun­gen im In- und Aus­land. Vie­le Auf­sät­ze und Ar­ti­kel über Mu­sik­thea­ter, Kunst und Li­te­ra­tur, Blogs über Ro­bert Mu­sil und Jean Paul, Bü­cher über Ri­chard Wag­ner. Thea­ter­au­tor von „Ca­sa­no­va kam zu spät“ (UA 1997) und „Sie­ben­käs“ (UA 2013), Dra­ma­turg der sze­nisch-mu­si­ka­li­schen UA von Wag­ners „Män­ner­list grö­ßer als Frau­en­list“. Mit­kon­zep­ti­on des ober­frän­ki­schen „Jean-Paul-Wegs und des Jean-Paul-Mu­se­ums Bay­reuth. Au­tor des Bay­reu­ther Walk of Wag­ner. Seit 2011 Bei­trä­ge für die Fach­pu­bli­ka­ti­on wag­ner­spec­trum, 2021 Mit­grün­der und -her­aus­ge­ber der Zeit­schrift Bay­reu­ther Kul­tur­brief, Kri­ti­ken u.a. bei der​opern​freund​.de. Im Som­mer 2024 hielt er die in­sze­nie­rungs­be­zo­ge­nen Ein­füh­rungs­vor­trä­ge der Bay­reu­ther Fest­spie­le. Beim RWV-Bam­berg ist er ein gern ge­se­he­ner Gast als Re­fe­rent und Autor.

Der Vor­trag von Frank Piontek mit dem Ti­tel „Wie die ers­ten Fest­spie­le ge­macht wur­den“  im Kufa-Saal (Ohm­stra­ße 3) am 7. Mai be­ginnt um 19.30 Uhr. Der Ein­tritt ist auch für Nicht-Mit­glie­der frei.

Wag­ners letz­te Bit­te an sei­ne „lie­ben Ge­nos­sen“ vor der „Rheingold“-Premiere am 13. Au­gust 1876: „Die gros­sen No­ten kom­men von selbst. Die klei­nen No­ten und ihr Text sind die Haupt­sa­che. – Nie dem Pu­bli­kum et­was sa­gen, son­dern im­mer dem An­de­ren; in Selbst­ge­sprä­chen nach un­ten oder nach oben bli­ckend, nie ge­ra­d’aus. – Letz­ter Wunsch: Bleibt mir gut, Ihr Lieben!“