„Es ist mir nöthig endlich zu wissen, wohin ich gehöre…“

Zum Tag der Ar­chi­ve am 7. und 8. März gibt es un­ter dem Mot­to „Alte Hei­mat – neue Hei­mat“ eine  spe­zi­el­le Ent­de­ckungs­rei­se durch das Haus Wahn­fried in Bayreuth

Die Vil­la Wahn­fried (Gar­ten­sei­te) in ei­nem idea­li­sie­ren­den Aqua­rell von Su­san­ne Schin­kel aus dem Jahr 1876 – Vor­la­ge: Mar­kus Kiesel/​Joachim Mild­ner: Wahn­fried. Das Haus von Ri­chard Wag­ner, Con­Brio Ver­lag 2016

Im Lau­fe sei­nes fast sieb­zig Jah­re wäh­ren­den Le­bens hielt sich Ri­chard Wag­ner an mehr als 200 Or­ten mit über 500 ein­zel­nen Adres­sen auf: mal aus be­ruf­li­chen Grün­den, mal im Exil, mal auf der Flucht vor Gläu­bi­gern. „Wie ein Flücht­ling in der Welt“ le­bend, sehn­te sich Wag­ner stets nach ei­ner Hei­mat, ei­nem ei­ge­nen Haus mit Gar­ten, Per­so­nal und Tie­ren. Wäh­rend der Ehe mit sei­ner ers­ten Frau Min­na blieb dies noch ein Traum, auch wenn er ihr pa­the­tisch schrieb: „(…) ich we­nigs­tens habe kei­ne and­re Hei­mat als – Dich, u. wo ich Dich habe, da bin ich zu Hause.“

Sein Mä­zen Kö­nig Lud­wig II. von Bay­ern war es, der Wag­ner nicht nur den Bau des Fest­spiel­hau­ses Bay­reuth zur ex­klu­si­ven Auf­füh­rung sei­ner Wer­ke er­mög­lich­te. Er be­zahl­te ihm und sei­ner zwei­ten Frau Co­si­ma auch Haus Wahn­fried, das ein­zi­ge Heim, das Wag­ner je be­saß und in dem sein „Wäh­nen Frie­den fand“. Ein Jahr­zehnt leb­te er mit sei­ner Fa­mi­lie in die­ser Künst­ler­vil­la. In der noch vor dem Ein­zug 1874 fer­tig­ge­stell­ten Gruft im Park fand Ri­chard Wag­ner, ob­wohl in Ve­ne­dig ver­stor­ben, eben­so sei­ne letz­te Ru­he­stät­te wie fast fünf­zig Jah­re nach ihm auch Cosima.

Aus An­lass des bun­des­wei­ten 13. Ta­ges der Ar­chi­ve am 7. und 8. März 2026 lädt das Na­tio­nal­ar­chiv der Ri­chard-Wag­ner-Stif­tung Bay­reuth un­ter dem dies­jäh­ri­gen Mot­to „Alte Hei­mat – neue Hei­mat“ zu ei­ner Ent­de­ckungs­rei­se durch Haus Wahn­fried ein. Was Hei­mat für Wag­ner be­deu­te­te, lässt sich an neun im Haus ver­teil­ten Sta­tio­nen mit be­kann­ten, aber auch un­be­kann­ten Ob­jek­ten aus Ar­chiv und De­pot erfahren.

Der Tag der Ar­chi­ve ist eine In­itia­ti­ve des Ver­bands deut­scher Ar­chi­va­rin­nen und Ar­chi­ve e.V. (VdA) und fin­det alle zwei Jah­re bun­des­weit un­ter ei­nem ge­mein­sa­men Mot­to statt. Eine Über­sicht über die teil­neh­men­den Ar­chi­ve fin­den Sie auf der Web­site zur Ver­an­stal­tung.

Öff­nungs­zei­ten Ri­chard Wag­ner Mu­se­um: Di.–So. 10–17 Uhr, Juli und Au­gust: Mo.–So. 10–18 Uhr

Quel­le: Pres­se­mit­tei­lung des Ri­chard Wag­ner Museums 

Das Aqua­rell des Wahn­fried-Saals von Su­san­ne Schin­kel ist die ein­zi­ge er­hal­te­ne Farb­ab­bil­dung der Zeit. – Vor­la­ge: Mar­kus Kiesel/​Joachim Mild­ner: Wahn­fried. Das Haus von Ri­chard Wag­ner, Con­Brio Ver­lag 2016