Am 17. Mai bietet das Bayreuther Wagnermuseum Besucherinnen und Besucher kostenlos die Gelegenheit, das Museum aus besonderen Perspektiven kennenzulernen und sich zudem mit einem hochaktuellen Thema auseinanderzusetzen.

Am 17. Mai 2026 findet der „Internationale Museumstag“ statt! Unter dem Motto „Museen mit Freude entdecken“ machen Museen weltweit auf ihre Rolle als einzigartige Lernorte aufmerksam und eröffnen Raum für Austausch und Verständigung. Das Richard Wagner Museum, Franz-Liszt-Museum und Jean-Paul-Museum laden an diesem Tag – wie auch in den Vorjahren – zu einem Museumsbesuch bei freiem Eintritt ein! Im Richard Wagner Museum gibt es bei freiem Eintritt die Gelegenheit zu exklusiven Sonderführungen. Vor dem Hintergrund eines wiedererstarkenden Antisemitismus beleuchtet Museumsdirektor Sven Friedrich außerdem in einem Vortrag Richard Wagners Judenhass.
Zwei Sonderführungen werden angeboten, für die man sich voranmelden muss: Die exklusive Depotführung von 10:30 bis 11:30 Uhr sowie von 12:00 bis 13:00 Uhr bietet jeweils maximal zehn Personen ungewöhnliche Einblicke in die Sammlung von Bühnenbildmodellen sowie von Portraits Richard Wagners und Illustrationen seiner Werke. Voranmeldung bis zum 14. Mai 2026 unter kasse@wagnermuseum.de oder Telefon 0921/75728-16; Fragen vorab können gerne an paul-theodor.waltermann@stadt.bayreuth.de gerichtet werden.
Bei der Architekturführung „Vom Wohnhaus zum Museum – ein baugeschichtlicher Rundgang“ von 14 bis 15 Uhr können maximal 20 Personen teilnehmen. Die Kunsthistorikerin und Museumspädagogin Nora Wolf schlägt die Brücke von der Neorenaissance des Hauses Wahnfried über die sachliche Moderne des Siegfried-Wagner-Hauses bis hin zur Gegenwart im preisgekrönten Neubau. Voranmeldung unter kasse@wagnermuseum.de oder Telefon 0921/75728-16.

Um 17 Uhr folgt im Wahnfried-Saal der Vortrag von Museumsdirektor Dr. Sven Friedrich zum Thema “ Judenhass gestern und heute – Richard Wagners ‚Erlösungsantisemitismus‘“. 150 Jahre Bayreuther Festspiele und 50 Jahre Richard-Wagner-Museum sind zweifelsohne ein Grund zum Feiern. Dabei dürfen jedoch die Schattenseiten nicht vergessen werden, zu denen maßgeblich auch Wagners notorischer Antisemitismus gehört. Insbesondere angesichts zunehmender historischer Erblindung und Gleichgültigkeit als Nährboden des gegenwärtig wieder vermehrt wahrnehmbaren Judenhasses erscheint es notwendig, die historischen Wurzeln und Eigenarten jenes irrationalen Wahns gerade an einem seiner prominenten Repräsentationsorte in den Blick zu nehmen.
Ausgehend von einer aktuellen Situationsbeschreibung und den historischen Hintergründen wird Wagners spezifischer „Erlösungsantisemitismus“ als Ausdruck eines zunehmenden antisemitischen Grundrauschens im 19. Jahrhundert erläutert. Dabei werden Wagners Kampfschrift über „Das Judenthum in der Musik“ ebenso behandelt wie die Frage nach antisemitischen Spuren in seinem Werk und die wirkungsgeschichtlich hoch prekäre Amalgamierung der antijüdischen Ressentiments mit seiner Kulturtheorie und Ästhetik des „Gesamtkunstwerks“. (Keine Voranmeldung nötig, der Eintritt ist frei.)
Quelle: Pressestelle des Richard Wagner Museums Bayreuth
