„Glotzt nicht so romantisch“

Nick-Mar­tin Ster­nitz­ke – Foto: Ro­land Gröber

Kom­ple­xe Be­zie­hungs­kis­ten gibt es in Wag­ners Mu­sik­dra­men und im Kino - am 7. Ok­to­ber 2025 wird Nick-Mar­tin Ster­nitz­ke uns kurz­wei­lig in das The­ma brü­cken­schla­gend über die ver­schie­de­nen Un­ter­hal­tungs­for­ma­te mit­neh­men. »Lie­be – Tra­gik«, wa­ren die letz­ten Wor­te, die Ri­chard Wag­ner vor sei­nem Tod nie­der­schrieb. Tre­ten Lie­be und Tra­gik nur im Ver­bund auf? Ist das eine stets si­che­re Fol­ge des an­de­ren? In der Oper en­det Lie­be im­mer tra­gisch: Ent­we­der stirbt ei­ner (oder bei­de) oder sie hei­ra­ten – was im Fal­le Lo­hen­grins und El­sas der Auf­takt ei­ner Lie­bes­tra­gö­die ist. Der Wag­ner-Kos­mos ist ein klin­gen­des Mau­so­le­um der tra­gisch Lie­ben­den und ein Fun­dus, den die Pop­kul­tur ger­ne plün­dert. Hitch­cock und Ta­ran­ti­no las­sen Wag­ners Lie­ben­de neu auf­er­ste­hen, stür­zen sie in ei­nen schwin­del­erre­gen­den Sog aus Be­geh­ren (»Ver­ti­go«) oder schi­cken sie nach ei­nem Ranch- re­spek­ti­ve Wel­ten­brand in eine viel­ver­spre­chen­de Zu­kunft (»Djan­go Un­chai­ned«). Au­ßer­halb der Ki­no­lein­wän­de und Opern­büh­nen, in der Wirk­lich­keit und Vir­tua­li­tät der mo­der­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­pflo­gen­hei­ten, ist die Lie­be oft all­zu un­ver­bind­lich ge­wor­den. Lein­wand und Büh­ne be­haup­ten sich als letz­te Orte, in de­nen der Traum der ro­man­ti­schen, tra­gi­schen Lie­be wei­ter­ge­träumt wird, »Leuch­ten­de Lie­be, la­chen­der Tod!«. Nick-Mar­tin Ster­nitz­ke stu­dier­te Mu­sik­thea­ter­wis­sen­schaft in Bay­reuth und Mu­sik­jour­na­lis­mus in Karls­ru­he. Als Jour­na­list und Au­tor ar­bei­tet er für die Kul­tur­wel­len der ARD, als Mo­de­ra­tor für ver­schie­de­ne Pu­bli­kums­for­ma­te in Ba­den-Ba­den und Wien und als Do­zent für Mu­sik­kri­tik und po­pu­lä­res Mu­sik­thea­ter an den Uni­ver­si­tä­ten in Bay­reuth und Hil­des­heim. Bei uns sprach er im Som­mer 2024 mit „Parsifal“-Regisseur Jay Scheib.

Wann: Diens­tag, 7. Ok­to­ber um 19:30

Wo: KUFA-Saal, Ohm­stra­ße 3, 96050 Bamberg

Ein­tritt: frei

Herz­li­che Ein­la­dung auch für Nicht-Mitglieder!