3sat bietet am 1. Januar 2026 im Fernsehen einen Thementag zu Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ mit der kompletten Züricher Inszenierung an. Bis Ende Januar kann man die Tetralogie zeitunabhängig und kostenlos streamen.

Harald Schneider hat als Erster in kleinem Kreis einen an Neujahr anstehenden „Ring-Overkill“ vermeldet, der auf diesem Weg gern breiter gestreut sei: Der 1. Januar steht im TV-Programm 3sat ganz im Zeichen von Wagners „Ring“-Tetralogie. An diesem Wagner-Thementag wird im Fernsehen, gerahmt unter anderem von dem teils gut besetzten, aber nicht nur wegen mancher Drehorte ziemlich verpeilten „Wagner-Clan“-Film, die komplette Züricher „Ring“-Inszenierung von Andreas Homoki gezeigt. Die Aufzeichnung vom Mai 2024 wird ab 9 Uhr komplett in den vier Teilen gesendet (Vorabend 9 bis 11.45 Uhr, Erster Tag 11.50 bis 15.50 Uhr, Zweiter Tag 15.55 bis 20.05 Uhr und Dritter Tag 20.15 bis 00.50 Uhr). Jeweils davor gibt es fünfminütige Einführungen, in denen Kinder die „Ring“-Handlung in Comic-Videos beschreiben.
Manche Wagnerianer werden sich an den sogenannten 24-Stunden-„Ring“ in Erl 2005/2006 erinnert fühlen. Mitglieder des RWV Bamberg unter ihrer Vorsitzenden Ingrid Huther-Thor waren damals mit dabei – zweifellos eine Erfahrung der besonderen Art, die seinerzeit unter anderem Christine Lemke-Matwey im „Tagesspiegel“ eindrücklich beschrieben hat.

Die gute Nachricht für alle Couch-Potatoes, deren Aufnahmekapazität und Sitzfleisch bei aller Wagnerliebe dem Overkill an Neujahr nicht gewachsen sein dürfte: Man kann die einzelnen „Ring“-Teile in hoher HD-Qualität schon jetzt und bis 31. Januar 2026 kostenlos aus der 3sat-Mediathek streamen („Das Rheingold“ – „Die Walküre“ – „Siegfried“ – „Götterdämmerung“).

Die Solistenbesetzung im Zürcher „Ring“ unter Gianandrea Noseda ist vom Feinsten: Tomasz Konieczny als Wotan, Camilla Nylund als Brünnhilde, Christopher Purves als Alberich, Eric Cutler als Siegmund, Daniela Köhler als Sieglinde, Wolfgang Ablinger-Sperrhacke als Mime und Klaus Florian Vogt als Siegfried, der in Zürich sein Rollendebüt feierte – eine empfehlenswerte „Ring“-Produktion, von der ich die ersten beiden Teile in Zürich erleben konnte (siehe meine „Rheingold“-Kritik). Ein schöner Auftakt zum Bayreuther Jubiläumsjahr!

P.S. Wer den im Festspiel-Jubiläumsprogramm leider fehlenden „Meistersingern von Nürnberg“ unter Daniele Gatti mit Michael Spyres, Georg Zeppenfeld und Christina Nilsson nachweint, kann sie übrigens bis 31.12.25 über BR Klassik streamen und anschließend noch bis 20./21. Januar 26 in der ARD-Mediathek (Teil 1 und Teil 2).
P.P.S. Und weil aktuell Sekt- und Champagnergläser im Schwange sind, empfehle ich als aufklärerisches Antidot unbedingt noch Karin Henkels „Traviata“-Inszenierung in Genf: ein Verdi-Abend der eindringlichen Art, zu streamen bei Arte Concert (bis 30.4.26).
