Thementag „Tabu Wagner?“

„Tabu Wag­ner“ heißt eine ge­mein­sa­me Aus­stel­lung der Wag­ner­mu­se­en im schwei­ze­ri­schen  Lu­zern und im säch­si­schen Grau­pa, zu der es am 21. März in Grau­pa ei­nen The­men­tag mit Füh­rung, Film, Vor­trag und Kon­zert mit Wer­ken jü­di­scher Kom­po­nis­ten gibt.

Im Zuge der „Parsifal“-Premiere an der Sem­per­oper Dres­den la­den die Ri­chard-Wag­ner-Stät­ten Grau­pa am 21. März zu ei­nem The­men­tag rund um die in Ko­ope­ra­ti­on zwi­schen dem Ri­chard Wag­ner Mu­se­um Lu­zern und den Ri­chard-Wag­ner-Stät­ten Grau­pa ent­stan­de­ne Prä­sen­ta­ti­on „Tabu Wag­ner? Jü­di­sche Per­spek­ti­ven“ ein.

Um 12 Uhr star­tet ein ca. 60-mi­nü­ti­ger Rund­gang durch die Schau mit Dr. Fran­zis­ka Gal­lus­ser (Lu­zern) und Tom Ad­ler (Grau­pa). Die Ku­ra­to­ren der Son­der­aus­stel­lung er­läu­tern aus­ge­wähl­te Bei­spie­le jü­di­scher Wag­ner-Re­zep­ti­on – vom „Parsifal“-Uraufführungsdirigenten Her­mann Levi bis hin zu Kul­tur­kri­ti­ker Mar­cel Reich-Ra­ni­cki. Ti­ckets für die­se Füh­rung müs­sen ge­son­dert ge­kauft werden.

Ab 14 Uhr be­ginnt ein The­men­nach­mit­tag im Fest­saal des Jagd­schlos­ses. Tom Ad­ler wird in sei­nem Vor­trag „Mahler und Wag­ner. Eine kri­ti­sche Nähe“ das be­son­de­re Ver­hält­nis des Kom­po­nis­ten Gus­tav Mahler zu Wag­ners Mu­sik be­leuch­ten. Mahler war nicht nur der be­deu­tends­te Wag­ner-Di­ri­gent sei­ner Zeit, son­dern setz­te sich mit Wag­ner auch in sei­nen Sin­fo­nien kom­po­si­to­risch auseinander.

Um 14:45 Uhr wird mit freund­li­cher Ge­neh­mi­gung der Fa­mi­lie Bern­stein und der UNITEL Mün­chen der bis­her un­ver­öf­fent­lich­te Film­mo­no­log „Bern­stein on Wag­ner“ von Leo­nard Bern­stein ge­zeigt, der 1985 im Sieg­mund Freud Mu­se­um in Wien ge­dreht wur­de. Bern­stein spricht hier­in über sei­nen emo­tio­na­len Kon­flikt zwi­schen sei­ner tie­fen Ver­wur­ze­lung im jü­di­schen Glau­ben und sei­ner künst­le­ri­schen Fas­zi­na­ti­on für Ri­chard Wag­ner. Der Film wird in der Ori­gi­nal­fas­sung mit deut­schen Un­ter­ti­teln zu se­hen sein.

Ab 15:30 Uhr wer­den Kaf­fee und Ku­chen ge­reicht, die im Ein­tritts­preis in­be­grif­fen sind. Um 16 Uhr run­det sich der Nach­mit­tag mit ei­nem Po­di­ums­ge­spräch zwi­schen Mi­cha­el Hurs­hell, Lei­ter der Neu­en Jü­di­schen Kam­mer­phil­har­mo­nie Dres­den, Vize-Prä­si­dent der Jü­di­schen Ge­mein­de Dres­den und Ku­ra­tor der Wag­ner-Dau­er­aus­stel­lung im Jagd­schloss Grau­pa, und Prof. Dr. Ja­scha Nemts­ov, Pia­nist und Pro­fes­sor für Jü­di­sche Mu­sik­ge­schich­te an der Hoch­schu­le für Mu­sik in Wei­mar, ab. Die Mo­de­ra­ti­on des Ge­sprä­ches über­nimmt Dr. Fran­zis­ka Gallusser.

Die­ser The­men­tag ist zu­sam­men mit ei­nem abend­li­chen Kon­zert mit Bar Ze­mach (Schof­ar, Horn) und Ja­scha Nemts­ov (Flü­gel) buch­bar, das um 18 Uhr im Fest­saal statt­fin­det. Beim die­sem fei­er­li­chen Ab­schluss des The­men­tags er­klin­gen mit Kom­po­si­tio­nen von Fe­lix Men­dels­sohn, Gi­a­co­mo Mey­er­beer, Fan­ny Hen­sel, Her­mann Levi und Ca­mil­le Saint-Saëns ei­ni­ge Wer­ke jü­di­scher Kom­po­nis­ten der Wagner-Zeit.

Quel­le: Stadt­in­for­ma­ti­on Pirna