Unsere nächste Veranstaltung

Mar­cus Span­gen­berg spricht am 8. Ok­to­ber um 19.30 Uhr im Kufa-Saal (Ohm­stra­ße 3) über Kö­nigs Lud­wigs stei­ner­ne Wagner-Visionen.

„Sie bei­de woh­nen auf der Mensch­heit Hö­hen!“ be­ti­tel­te Kurt von Ro­zyn­ski die­ses Ge­mäl­de mit Ri­chard Wag­ner und Kö­nig Lud­wig II. auf Neu­schwan­stein – Vor­la­ge: Mar­cus Spangenberg

Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te ich die Ge­le­gen­heit, die klei­ne Glas­ma­nu­fak­tur The­re­si­en­thal in Zwie­sel zu be­su­chen. Mich hat dort nicht nur die au­ßer­ge­wöhn­li­che Qua­li­tät der Glä­ser be­ein­druckt, son­dern vor al­lem die Sorg­falt und Hin­ga­be, mit der dort bis heu­te ein Hand­werk ge­pflegt wird, das längst zu ei­ner sel­te­nen Kunst ge­wor­den ist.

Bei der Vor­be­rei­tung un­se­rer nächs­ten Ver­an­stal­tung muss­te ich an die­sen Aus­flug zu­rück­den­ken. Denn Lud­wig II. wur­de von The­re­si­en­thal be­lie­fert – und er trank aus The­re­si­en­tha­ler Glä­sern. Ein klei­nes, bei­na­he bei­läu­fi­ges De­tail, das bei nä­he­rer Be­trach­tung doch viel über die­sen au­ßer­ge­wöhn­li­chen Kö­nig ver­rät: Für ihn war nichts ne­ben­säch­lich. Nicht nur die gro­ßen Li­ni­en sei­ner Schlös­ser, ihre Räu­me und Fas­sa­den muss­ten sei­nen Vor­stel­lun­gen ent­spre­chen. Auch das Kleins­te soll­te sich in jene Welt ein­fü­gen, die er vor sei­nem in­ne­ren Auge ent­wor­fen hatte.

Viel­leicht wird ge­ra­de dar­in sei­ne Nähe zu Ri­chard Wag­ner be­son­ders spür­bar. In Wag­ners Idee des Ge­samt­kunst­wer­kes soll­ten Mu­sik, Dich­tung, Bild, Raum und Sym­bol zu ei­ner Ein­heit ver­schmel­zen. Lud­wig über­trug die­sen Ge­dan­ken auf sei­ne Wei­se in die Ar­chi­tek­tur und Aus­stat­tung sei­ner Schlös­ser. Es ent­stan­den kei­ne blo­ßen Bau­wer­ke, son­dern kunst­voll in­sze­nier­te Wel­ten, in de­nen selbst das schein­bar Un­be­deu­ten­de Platz fin­den sollte.

Was be­deu­tet es also, wenn sich Wag­ners Ein­fluss nicht nur in den gro­ßen ar­chi­tek­to­ni­schen Mo­ti­ven, son­dern auch in der Ge­stal­tung und At­mo­sphä­re die­ser Räu­me wie­der­fin­det? Wie eng sind Lud­wigs Schlös­ser mit sei­ner Wag­ner-Re­zep­ti­on ver­bun­den – und wie viel Wag­ner  steckt tat­säch­lich in ih­rer Architektur?

Die­sen Fra­gen wid­met sich Lud­wig-Ex­per­te Mar­cus Span­gen­berg aus Re­gens­burg bei un­se­rer nächs­ten Ver­an­stal­tung.  Zum Vor­trag am 8. Ok­to­ber 2026 um 19.30 Uhr in der Kufa (Ohm­stra­ße 3) mit dem Ti­tel „Kö­nig Lud­wigs stei­ner­ne Wag­ner-Vi­sio­nen“ sind Sie herz­lich ein­ge­la­den. Der Ein­tritt ist frei.

Zur Person

Mar­cus Span­gen­berg, ge­bo­ren 1968 in Bad Go­des­berg, stu­dier­te Kunst­ge­schich­te, Ge­schich­te, Klas­si­sche Ar­chäo­lo­gie und Re­li­gi­ons­wis­sen­schaft in Re­gens­burg und Bonn. Seit 1978 be­schäf­tigt er sich mit Kö­nig Lud­wig II. von Bay­ern. Da­bei ste­hen des­sen ar­chi­tek­to­ni­sche Schöp­fun­gen und die Re­zep­ti­ons­ge­schich­te des baye­ri­schen Mon­ar­chen im Vor­der­grund. Ne­ben sei­ner viel be­ach­te­ten Ludwig-II.-Biografie „Der an­de­re Kö­nig“ (Ver­lag Fried­rich Pus­tet) ver­öf­fent­lich­te Span­gen­berg wei­te­re Bü­cher und schrieb meh­re­re Auf­sät­ze zu die­sem The­men­be­reich. In den zu­rück­lie­gen­den Jah­ren hat der Au­tor im Auf­trag von Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen, Ver­bän­den und his­to­ri­schen Ver­ei­nen dazu zahl­rei­che, viel be­ach­te­te Vor­trä­ge ge­hal­ten. Bis­he­ri­ger Hö­he­punkt wa­ren zwei Vor­trags­rei­sen durch Ja­pan. Der Kunst­his­to­ri­ker und Jour­na­list lebt in Regensburg.

Mar­cus Spangenberg