Experte Frank Piontek denkt am Dienstag, 20. Oktober 2026, um 19 Uhr im VHS-Saal (Tränkgasse 4) über Richard Wagners Verhältnis zu E. T. A. Hoffmann nach, dessen 250. Geburtstag heuer gefeiert wird.

Nein, das „aufgeregt“ aus dem Titel-Zitat ist kein Druckfehler. In seiner Autobiografie „Mein Leben“ beschreibt Richard Wagner seine Zeit als Pennäler in Leipzig unter anderem wie folgt:
Ich war damals in meinem sechzehnten Jahre, und zumal durch die Lektüre Hoffmann’s zum tollsten Mystizismus aufgeregt: am Tage, im Halbschlafe hatte ich Visionen, in denen mir Grundton, Terz und Quinte leibhaft erschienen und mir ihre wichtige Bedeutung offenbarten: was ich aufschrieb, starrte von Unsinn. Endlich wurde mir der Unterricht eines tüchtigen Musikers zugetheilt; der arme Mann hatte große Noth mit mir; er mußte mir erklären, dass, was ich für seltsame Gestalten und Gewalten hielt, Intervalle und Akkorde seien. Was konnte für die Meinigen betrübender sein, als zu erfahren, dass ich auch in diesem Studium mich nachlässig und unordentlich erwies? Mein Lehrer schüttelte den Kopf, und es kam so heraus, als ob auch hier nichts Gescheidtes aus mir werden würde.
Zur Person
Frank Piontek, Dr. phil., geb. 1964 in Berlin, seit 1988 in Bayreuth. Vorträge und Lesungen im In- und Ausland. Viele Aufsätze und Artikel über Musiktheater, Kunst und Literatur, Blogs über Robert Musil und Jean Paul, Bücher über Richard Wagner. Theaterautor von „Casanova kam zu spät“ (UA 1997) und „Siebenkäs“ (UA 2013), Dramaturg der szenisch-musikalischen UA von Wagners „Männerlist größer als Frauenlist“. Mitkonzeption des oberfränkischen „Jean-Paul-Wegs und des Jean-Paul-Museums Bayreuth. Autor des Bayreuther Walk of Wagner. Seit 2011 Beiträge für die Fachpublikation wagnerspectrum, 2021 Mitgründer und -herausgeber der Zeitschrift Bayreuther Kulturbrief, Kritiken u.a. bei deropernfreund.de. Im Sommer 2024 hielt er die inszenierungsbezogenen Einführungsvorträge der Bayreuther Festspiele. Beim RWV-Bamberg ist er ein gern gesehener Gast als Referent und Autor.

