ABGESAGT: Wagner im Film

AB­GE­SAGT: Ex­per­tin Sa­bi­ne Sonn­tag gibt am 31. März 2020 um 19 Uhr im Gro­ßen VHS-Saal in Wort und be­weg­ten Bil­dern ei­nen um­fas­sen­den Ein­blick zum The­ma „Wag­ner und Film.“

Giu­sep­pe Bec­ce im ers­ten Wag­ner-Film

Wie sah Wag­ner aus, wie hat er sich be­wegt, wie ge­spro­chen? Es gibt ein paar Fo­tos, al­les an­de­re ist nicht do­ku­men­tiert, weil der Film erst gut zehn Jah­re nach Wag­ners Tod er­fun­den wur­de. Und trotz­dem wur­de das The­ma „Wag­ner und Film“ nicht zu­letzt dank Ador­nos Mei­nung, Wag­ner habe die Film­mu­sik er­fun­den, zu ei­nem zen­tra­len The­ma in der Wag­ner-For­schung.

Sa­bi­ne Sonn­tag, die mit ei­ner Ar­beit zu Wag­ners Auf­tre­ten im Spiel­film pro­mo­viert und zahl­rei­che wei­te­re Ver­öf­fent­li­chun­gen zu die­sem Ge­gen­stand vor­ge­legt hat, wird in ih­rem Mul­ti­me­dia­vor­trag am 31. März um 19 Uhr im Gro­ßen VHS-Saal (Tränk­gas­se 4) die Film­va­ri­an­ten Wag­ners von Giu­sep­pe Bec­ce über Ri­chard Bur­ton bis Ed­gar Sel­ge vor­stel­len. Sie wird er­zäh­len, wie sich Bur­ton in Bay­reuth dem Kom­po­nis­ten an­ge­nä­hert und wie man in Vil­la Wahn­fried auf die Auf­nah­men zum Wag­ner-Stumm­film von 1913 re­agiert hat. Sie wird über die un­ter­schied­li­chen Film­bil­der Wag­ners spre­chen, je nach­dem, ob ein Wag­ner-Film vor 1968 oder da­nach ent­stan­den ist.

Aber auch das The­ma Wag­ner-Mu­sik im Film wird be­han­delt, ex­em­pla­risch am Fall von „Tris­tan und Isol­de“, denn wer ein­mal Lars von Triers „Me­lan­cho­lia“ ge­se­hen hat, wird die Bil­der nicht mehr los, wenn er das „Tristan“-Vorspiel hört. Es gibt vie­le Film­aus­schnit­te zu se­hen, dar­un­ter auch ei­ni­ge ech­te Ra­ri­tä­ten. Der Ein­tritt zu der Ver­an­stal­tung in Ko­ope­ra­ti­on mit der VHS Bam­berg Stadt ist frei.

Sze­ne aus Lars von Triers „Me­lan­cho­lia“ Vor­la­gen: Sonn­tag

Sonn­tag wur­de in Wien ge­bo­ren, stu­dier­te in Ham­burg bei Götz Fried­rich Mu­sik­thea­ter-Re­gie und pro­mo­vier­te mit ei­ner Ar­beit über Ri­chard Wag­ners Auf­tre­ten im Spiel­film. Als As­sis­ten­tin wirk­te sie bei drei Fried­rich-In­sze­nie­run­gen in Mün­chen, Lon­don und Stutt­gart mit, ihr Re­gie­de­büt ab­sol­vier­te sie 1978 mit Ros­si­nis „Mo­ses“. Ihr ers­tes En­ga­ge­ment als Mu­sik­dra­ma­tur­gin führ­te sie nach Braun­schweig. 1980 wech­sel­te sie als Dra­ma­tur­gin für Oper, Kon­zert und Sprech­thea­ter nach Han­no­ver, wo sie von 1995 bis 2001 Per­sön­li­che Re­fe­ren­tin und Stell­ver­tre­te­rin von Opern­in­ten­dant Hans-Pe­ter Leh­mann war.

Sie ist Her­aus­ge­be­rin drei­er Bü­cher zur Ge­schich­te des han­no­ver­schen Opern­hau­ses, im April 2010 er­schien ihr Buch „Ri­chard Wag­ner im Kino“, für das sie vom Kri­ti­ker der Süd­deut­schen Zei­tung in der Fach­zeit­schrift „Opern­welt“ eine No­mi­nie­rung zum „Buch des Jah­res“ er­hielt. 2013 kam ihr Buch „Ein­fach toll! Der Opern­be­such im Spiel­film“ her­aus, 2015 folg­te un­ter dem Zi­tat „Seht ihr’s, Freun­de?“ ihre Ab­hand­lung über „Tris­tan und Isol­de“ im Film.

Sonn­tag ar­bei­tet als Über­set­ze­rin für ita­lie­ni­sches, fran­zö­si­sches und eng­li­sches Mu­sik­thea­ter, un­ter­nimmt bun­des­weit Vor­trags­rei­sen zu Wag­ner-Ver­bän­den so­wie im Rah­men des deutsch-ita­lie­ni­schen, deutsch-fran­zö­si­schen, deutsch-eng­li­schen, deutsch-spa­ni­schen und deutsch-ja­pa­ni­schen Kul­tur­pro­gram­mes. Schwer­punk­te in ih­rer For­schungs­ar­beit sind ver­glei­chen­de In­sze­nie­rungs­ana­ly­se und Un­ter­su­chun­gen zu den The­men „Oper und Film“ so­wie „Oper und Psy­cho­ana­ly­se“. Sie ist Mit­be­grün­de­rin der Rei­he „Psy­cho­ana­ly­se und Film“, die seit 2014 in Han­no­ver ver­an­stal­tet wird. Seit ei­ni­gen Jah­ren ar­bei­tet Sa­bi­ne Sonn­tag auch mit dem Re­gis­seur Pe­ter Kon­wit­sch­ny zu­sam­men.

Sa­bi­ne Sonn­tag

 

Ähnliche Beiträge