Grünes Licht am Grünen Hügel

Ver­wal­tungs­rat und Ge­schäfts­füh­rung der Bay­reu­ther Fest­spie­le ha­ben die Durch­füh­rung der Fest­spiel­sai­son 2021 beschlossen.

So voll wie auf die­sem Schnapp­schuss aus den 1970er-Jah­ren wird es heu­er si­cher nicht im Zu­schau­er­raum. Aber im­mer­hin sol­len die Bay­reu­ther Fest­spie­le im zwei­ten Co­ro­na-Jahr statt­fin­den. Foto: Wiki­me­dia Commons/​Josef Lehm­kuhl

Seit Frei­tag Abend ist es of­fi­zi­ell: „Die Bay­reu­ther Fest­spie­le 2021 sol­len un­ter Be­ach­tung der not­wen­di­gen Hy­gie­nekon­zep­te so­wie ge­setz­li­cher und be­hörd­li­cher Re­ge­lun­gen statt­fin­den. Dies ha­ben die Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes und die Ge­schäfts­füh­rung der Bay­reu­ther Fest­spie­le heu­te ent­schie­den. Weil die Ent­wick­lung der Pan­de­mie nach wie vor ei­ner gro­ßen Dy­na­mik un­ter­liegt, kön­nen zum jet­zi­gen Zeit­punkt noch kei­ne ab­schlie­ßen­den Aus­sa­gen zur Zu­schau­er­ka­pa­zi­tät ge­trof­fen werden.“

Ein paar De­tails mehr konn­ten TVO, der Nord­baye­ri­sche Ku­rier und die Deut­sche Pres­se-Agen­tur in Ge­sprä­chen mit zwei Teil­neh­mern der Sit­zung vom 30. April 2021 in Er­fah­rung brin­gen: Dem­nach geht laut Bay­reuths Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Ebers­ber­ger das der­zei­ti­ge Co­ro­na-Hy­gie­nekon­zept von min­des­tens 235 Zu­schau­ern aus, un­ter bes­se­ren Be­din­gun­gen von 454 und im bes­ten Fall von 888 (bei ins­ge­samt et­was we­ni­ger als 2000 Plät­zen). Zwar sei­en ei­nem Lüf­tungs-Gut­ach­ten zu­fol­ge so­gar 1200 Zu­schau­er mög­lich, al­ler­dings ent­spre­che das nicht den Ab­stands­re­geln. Der ur­sprüng­lich für 6. Juni avi­sier­te On­line-Kar­ten­ver­kauf kön­ne mo­men­tan noch nicht ter­mi­niert wer­den. Er wer­de wohl „sehr spät“ statt­fin­den. Trotz al­ler Un­wäg­bar­kei­ten sei das „ein Si­gnal der Hoffnung“.

Wie Ver­wal­tungs­rats­vor­sit­zen­der Ge­org von Wal­den­fels mit­teil­te, war die Ent­schei­dung nicht un­um­strit­ten. Schließ­lich müs­sen die vier Ge­sell­schaf­ter der Fest­spiel-GmbH – die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, der Frei­staat Bay­ern, die Stadt Bay­reuth und die Ge­sell­schaft der Freun­de von Bay­reuth – die feh­len­den Ein­nah­men der  Fest­pie­le aus­glei­chen, die sich im lau­fen­den Be­trieb zu rund 65 Pro­zent aus Kar­ten­ver­käu­fen fi­nan­zie­ren. Das De­fi­zit für die aus­ge­fal­le­nen Fest­spie­le 2020 be­lief sich auf rund 15 Mil­lio­nen Euro. Am ge­plan­ten Pro­gramm soll sich nichts än­dern, im­mer vor­aus­ge­setzt, dass die je­wei­li­ge Co­ro­na-Lage das auch zu­lässt. Die tech­ni­schen Pro­ben für die „Ring“-Neuinszenierung 2022 lau­fen be­reits, die sze­ni­schen Pro­ben für die „Holländer“-Neuinszenierung 2021 star­ten An­fang Juni, die für die Wie­der­auf­nah­men Ende Juni.

Der Spiel­plan wur­de be­reits Ende Ja­nu­ar ver­öf­fent­licht, seit ge­rau­mer Zeit gibt es auf der Fest­spiel-Home­page auch ak­tu­el­le In­fos zur spe­zi­fi­schen Co­vid-19-Si­tua­ti­on. Dort steht un­ter anderem:
Da das Pan­de­mie­ge­sche­hen äu­ßerst dy­na­misch ist, kön­nen wir zum jet­zi­gen Zeit­punkt noch nicht ent­schei­den, ob der Chor aus dem Chor­saal über­tra­gen wird. Wir ar­bei­ten an ei­ner best­mög­li­chen tech­ni­schen Um­set­zung, da­mit der Chor­klang im Fal­le der Über­tra­gung auf dem ge­wohn­ten ho­hen Ni­veau zu hö­ren sein wird. Der Teil des Cho­res, der nicht im Chor­saal singt, wird auf der Büh­ne sze­nisch agie­ren. Das Fest­spiel­or­ches­ter soll nach jet­zi­gem Stand in der ge­wohnt vol­len Be­set­zung im Or­ches­ter­gra­ben spie­len, des­sen Mit­glie­der wer­den am Tage der je­wei­li­gen Vor­stel­lung auf SARS-CoV-2 getestet.