Stipendiat 2022: Wolfgang Vögele

Wolf­gang Vö­ge­le (Tuba) und Da­ni­elle Cîm­pean (So­pran) und sind un­se­re dies­jäh­ri­gen Bay­reuth-Sti­pen­dia­ten. Der eben­falls no­mi­nier­te Mau­rice Se­ra­phin Lutz (Kla­ri­net­te) kann aus be­ruf­li­chen Grün­den sein Sti­pen­di­um lei­der nicht wahrnehmen.

Wolf­gang Vö­ge­le und Da­ni­elle Cîm­pean ste­hen aus gu­tem Grund vor der Bron­ze­sta­tue von Lud­wig II. im Bam­ber­ger Hain, denn ohne den kö­nig­li­chen Pro­tek­tor wä­ren die Bay­reu­ther Fest­spie­le si­cher nicht zu­stan­de ge­kom­men. – Foto: Do­ris Engelhardt

Als der RWV Bam­berg 2020 bei der Ri­chard-Wag­ner-Sti­pen­di­en­stif­tung die An­trä­ge für Hanyi Du (Kla­vier, Cem­ba­lo) und Mau­rice Se­ra­phin Lutz (Kla­ri­net­te) stell­te und Wolf­gang Vö­ge­le (Tuba) als Nach­rü­cker vor­mer­ken ließ, konn­te nie­mand ah­nen, dass 2020 kein ein­zi­ger Sti­pen­di­at beim Fest­spiel­som­mer da­bei sein wür­de. We­gen der Pan­de­mie gab es erst­mals seit der Wie­der­eröff­nung 1951 gar kei­ne Fest­spie­le und im Jahr dar­auf nur mit ein­ge­schränk­ter Be­su­cher­zahl, so dass nur höchs­tens je ein Sti­pen­di­at pro Ver­band zu­ge­las­sen wer­den konn­te. Jetzt hat das lan­ge War­ten zu­min­dest für den Tu­ba­spie­ler ein Ende. Ne­ben Vö­ge­le wird al­ler­dings nicht der seit 2020 no­mi­nier­te Kla­ri­net­tist nach Bay­reuth fah­ren, der aus be­ruf­li­chen Grün­den ver­hin­dert ist, son­dern die nach­no­mi­nier­te So­pra­nis­tin Da­ni­elle Cîm­pean.

Wolf­gang Vö­ge­le, 1997 in Re­gens­burg ge­bo­ren, wuchs nahe sei­nes Ge­burts­orts in La­aber auf. Sei­nen ers­ten In­stru­men­tal­un­ter­richt er­hielt er ab 2006 auf der Tuba bei Wil­li­bald Hö­fe­le. 2015 wur­de er mit dem Kul­tur­son­der­preis der Raiff­ei­sen­ban­ken Neu­markt-Pars­berg aus­ge­zeich­net. Im sel­ben Jahr nahm er die Aus­bil­dung im Haupt­fach Tuba bei Rut­hard Göp­fert an der Be­rufs­fach­schu­le für Mu­sik in Sulz­bach-Ro­sen­berg auf, wel­che er 2018 als staat­lich ge­prüf­ter En­sem­ble­lei­ter im Lai­en­mu­si­zie­ren mit päd­ago­gi­scher Zu­satz­qua­li­fi­ka­ti­on ab­schloss. Zeit­gleich qua­li­fi­zier­te er sich in der Nord­baye­ri­schen Blä­ser­aka­de­mie bei Wolf­gang Hein­rich zum staat­lich an­er­kann­ten Di­ri­gen­ten im Blas­or­ches­ter. Im Jahr 2017 wur­de er 1. mu­si­ka­li­scher Lei­ter des Mu­sik­zugs der Stadt Hirschau. Seit 2023 ist er zu­dem mu­si­ka­li­scher Lei­ter zwei­er Be­set­zun­gen im Mu­sik­ver­ein Ebrach­ta­ler Mu­si­kan­ten Bur­ge­brach. Seit Ok­to­ber 2018 stu­diert er Lehr­amt für Mit­tel­schu­len mit Haupt­fach Mu­sik an der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg mit Tu­baun­ter­richt bei Hei­ko Trie­be­ner. 2019 er­hielt Vö­ge­le beim 30. Irm­ler-Mu­sik­wett­be­werb in Bam­berg den 1. Preis als So­list. Als Tu­bist be­such­te er Meis­ter­kur­se bei Ro­ger Bobo, An­dre­as Mar­tin Hof­meir und Jo­sef Steinböck.

Wolf­gang Vö­ge­le ist in vie­len mu­si­ka­li­schen Be­rei­chen und Gen­res zu­hau­se. Vor­nehm­lich als Tu­bist wirkt und wirkt er in Sin­fo­nie­or­ches­tern (Col­le­gi­um Mu­si­cum Pom­mers­fel­den, Uni­ver­si­täts­sin­fo­nie­or­ches­ter Bam­berg), Big­bands (Uni­ver­si­täts­big­band Bam­berg, Big­band des Be­zirks­ver­ban­des Ober­pfalz), sin­fo­ni­schen Blas­or­ches­tern (Wi­Bra­Phon, Nord­baye­ri­sches Ju­gend­blas­or­ches­ter, di­ver­se Be­zirks­or­ches­ter), Brass­bands (Nord­baye­ri­sche Brass­band, Brass Band Re­gens­burg), Kam­mer­mu­sik­be­set­zun­gen (Ba­salt Brass, Ba­Tu­Co), Eger­län­der­be­set­zun­gen (Eger­län­der Blas­mu­sik Neu­siedl am See) und als Tu­bist und Mu­sik­ka­ba­ret­tist bei den Her­zens­BLE­CHern mit.

Hei­ko Trie­be­ner, der seit 2018 sein Leh­rer ist, schreibt in sei­ner Emp­feh­lung für die Stipendienstiftung:
Als Mu­si­ker, als Tu­bist, als Mensch hat Herr Vö­ge­le in den zu­rück­lie­gen­den Jah­ren eine phä­no­me­na­le Ent­wick­lung ge­zeigt: Aus ei­nem wirk­lich von An­fang an be­mer­kens­wer­ten Ta­lent ist hier ein be­reits rei­fer jun­ger Künst­ler mit enor­mer Aus­drucks­kraft, viel Ge­stal­tungs­wil­len und ei­ner be­wun­derns­wer­ten Ziel­stre­big­keit und end­lo­ser po­si­ti­ver En­er­gie her­an­ge­wach­sen. Die­se au­ßer­ge­wöhn­li­che Per­sön­lich­keit auf ih­rem Weg zu be­treu­en war stets ein al­ler­größ­tes Ver­gnü­gen, ein Ge­schenk – denn: ge­nau sol­che Stu­den­ten kann sich ein Leh­rer nur wün­sche. Im­mer tipp­topp vor­be­rei­tet, mit ganz vie­len gu­ten ei­ge­nen Ideen, je­der­zeit be­reit, mei­ne An­re­gun­gen auf­zu­grei­fen und um­zu­set­zen, ge­krönt vom Er­folg zwei­er Sie­ge beim re­nom­miew­r­ten Irm­ler-Mu­sik­wett­be­werb der Uni­ver­si­tät Bam­berg, hat Herr Vö­ge­le wie sein Leh­rer al­len Grund, durch­aus mit ei­nem ge­wis­sen Stolz auf das bis­her Er­reich­te zu bli­cken. Nur sel­ten gebe ich solch en­thu­si­as­ti­sche Ein­schät­zun­gen ab – aber aus mei­ner Sicht hat der Wolf­gang Vö­ge­le dies mehr als verdient.

Wolf­gang Vö­ge­le – Foto: privat

Und Wil­helm Schmidts, Uni­ver­si­täts­mu­sik­di­rek­tor in Bam­berg vom  Lehr­stuhl für Mu­sik­päd­ago­gik und -di­dak­tik, stellt in sei­nem Fach­gut­ach­ten un­ter an­de­rem fest:
Ich ken­ne Wolf­gang Vö­ge­le seit sei­nem Stu­di­en­be­ginn an un­se­rem Haus im Win­ter­se­mes­ter 2018/19. Als Ab­sol­vent der Be­rufs­fach­schu­le in Sulz­bach-Ro­sen­berg hat Wolf­gang Vö­ge­le be­reits bei der Eig­nungs­prü­fung 2018 eine ex­zel­len­te Leis­tung ge­zeigt. Wäh­rend sei­ner Aus­bil­dung an un­se­rem Haus (..) hat er so­wohl in mei­nen mu­sik­theo­re­ti­schen Ver­an­stal­tun­gen Kon­tra­punkt, Har­mo­nie­leh­re und Ana­ly­se, wie auch im mu­sik­prak­ti­schen Un­ter­richt, bei­spiels­wei­se in En­sem­ble­lei­tung, stets sehr gute Leis­tun­gen ge­zeigt. Er ge­hört da­mit zu den bes­ten 10% sei­nes Jahr­gangs. Be­son­ders schät­ze ich Wolf­gang Vö­ge­le als über­aus ta­len­tier­ten und be­geis­ter­ten Mu­si­ker. Sein Team­geist und sei­ne Hilfs­be­reit­schaft kom­men dem Or­ches­ter sehr zu­gu­te. Sei­ne aus­ge­zeich­ne­ten Fä­hig­kei­ten am In­stru­ment wie auch sei­ne mu­si­ka­li­schen Qua­li­tä­ten stell­te er au­ßer­dem mehr­fach beim uni­ver­si­tä­ren Irm­ler-Mu­sik­wett­be­werb mit her­vor­ra­gen­dem Er­folg un­ter Be­weis: Wolf­gang Vö­ge­le war so­wohl in der Ka­te­go­rie „Solo“ wie auch in der Ka­te­go­rie „En­sem­ble“ Preis­trä­ger die­ses Wett­be­werbs. Zu­dem wirkt er als Kam­mer­mu­si­ker in ver­schie­de­nen Blä­ser­be­set­zun­gen mit und lei­tet er­folg­reich auch ei­ge­ne Ensembles.

Sti­pen­dia­ten­be­auf­trag­ter Ha­rald Schnei­der (links) mit den Sti­pen­dia­ten 2022 samt of­fi­zi­el­len Ur­kun­den – Foto: Do­ris Engelhardt